Na also es geht doch. Nachdem mich Karlsruhe ja zwecks Ausstellung des internationalen Fürerscheins enttäuscht hat, hab ichs nun endlich in Gmünd geschafft das Teil noch zu ergattern.
Auch wenns mal wieder net ohne Hindernisse ablief.
Im Gegensatz zu Karlsruhe ist in Gmünd nicht das Bürgerbüro, sondern die Führerscheinstelle für diese Dinge zuständig. Dass ich dies natürlich erst erfahren habe, nachdem ich die Wartezeit im Bürgerbüro überbrückt habe, versteht sich ja von selbst. Ironischerweise befindet sich die Führerscheinstelle übrigens an einem Ort, an den man ohne Auto nicht so recht erreichen kann, aber das nur so nebenbei.

Dort angekommen ging dafür alles recht zügig. Mit Ausweis, Photo und Führerschein hysterisch winkend wurde der arglosen Schaltermaus auch recht schnell klar, dass hier jemand kommt, der nicht lang fackelt.
Zu meinem Erstaunen heiss es dann auch sogleich: “Sie können das Teil gleich mitnehmen”.
Spätestens an der Stelle hätt ich merken sollen, dass dieses Teil sein Geld nicht mal das Papier wert ist auf dem es gedruckt wird.
Während ich also zum zahlen der bereit bekannten 15 Euro aufgefordert wurde, machte die Dame vom Amt die Unterlagen fertig. Und tatsächlich: Nach 5 Minuten erhielt ich … ein ungefähr DIN A6 großes Heftchen, dass mich schwer an die Musterbeilagen aus Geldbeuteln, Sat1 Reportagen und der Kinderpost erinnert. Dass dieses Meisterwerk natürlich wieder in keinen Geldbeutel dieser Welt passt ist eine Sache, aber was zum Teufel hält Karlsruhe davon ab mir diesen Wisch auszustellen und mich an nen anderen Schalter zu schicken, der 120km entfernt davon zu finden ist. Seufz, an dieser Stelle werd ich Bürokratie so schnell noch nicht verstehen.

Der Inhalt des Heftchens ist übrigens nichts anderes, als eine Übersetzung der Erklärungen zu unseren Führerscheinklassen. Erklärungen die, so ganz nebenbei, nicht mal auf dem original EU Führerschein erläutert werden. Erklärt wird übrigens in Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch. Dass asiatische Sprachen fehlen, finde ich nur konsequent:
In arabischen Fahrzeugen lauern bomben und in Südostasien fahren sowieso alle wies grad passt. Führerschein hin oder her. Schön, dass uns der deutsche Staat versucht uns vor diesen Verkehrsregionen zu schützen.

Hier noch ein paar “Impressionen” von meinem neuen Ausweis aus der Kinderpost.


Frontansicht. So präsentiert sich das 8 Seiten starke Reclamheft für Arme.


Innen gehts dann international zur Sache. Russisch und Englisch vereint auf einem Doppelbogen. Gorbatschow und Bush wären stolz auf uns!

Ein ordentlich er Backpacker in Neuseeland muss vorallem erst mal eines sein: Arbeitslos!
Und da am 30. September mein Studium und damit mein Arbeitsverhältnis bei 1und1 (Jaja eigentlich United Internet, my Ass) definitiv zu Ende sein wird, bedeutet dass auch erst einmal, dass sich der Staat einen Faulenzer mehr in die Statisktik schreiben darf. Heissa, werden sich streitsüchtige Bildzeitungsleser freuen, wieder mal über paar Schmarotzer mehr Abkotzen zu können. Pessimistische Bildzeitungsleser dagegen werden eher mal wieder dem Staat kopfschüttelnd den Bankrott erklären.

Für mich bedeutet das aber erst mal eins: Das erste Mal Arbeitsamt (Jaja eigentlich Agentur für Arbeit, my Ass). Ich hatte ja keine so Rechte Ahnung und kannte das Amt nur ausm Fernsehen und einem Kumpel der dort mehr oder weniger motiviert Arbeitet (Zitat während eines seiner Beratungsgespräche: “Bei dir wär auch das beste wenn man dich wieder in den Zug setzen würde, mit dem du hier her gekommen bist.”).

Vorallem dachte ich mal wieder, dass mir dort der Amtsschimmel mal wieder paar große Äpfel vor die Füße kacken wird. Aber hey, war eigentlich heut alles gar nicht so wild. Gut die ersten 2 Minuten im Arbeitsamt Karlsruhe waren etwas verwirrend, weil der Arbeitslosengeld I Schalter gleichzeitig der Empfangsschalter ist. Eine gewisse Ironie kann ich der Tatsache, dass ALG 1 die Eintrittskarte in das Arbeitsamt sein soll, nicht unbedingt entbehren.

Ausgestattet mit nem wichtig aussehenden Fragebogen zu meiner Person und Tätigkeit machte ich mich dann auch schon auf den Weg ins Wartezimmer. Genau an der Stelle hab ich die Bilder der Tagesschau im Kopf, bei dem in einem langen Flur aufgereiht bevorzugt Menschen mit Migrationshintergrund vor sich hinoxidieren und auf eine Gnadenaudienz beim König warten. Aber wahrscheinlich bezieht sich das nur auf die Abteilung für Arbeitslosengeld II Antränge, denn ich landete in einem großangelegten hellen Raum mit halbwegs bequemen Stühlen, Tisch und sogar nem Kugelnschreiber um das tolle Formular auszufüllen. So lies sich wenigstens die Wartezeit von 15 Minuten überbrücken, bis mich die nette Sachbearbeiterin an ihren Tisch gebeten hat.

Ich weiß nicht mehr genau, was sie letzendlich in ihren Rechner eingetippt hat, aber das war vermutlich auch gar nicht so wichtig angesichts der Tatsache, dass Sie mir von ihren Kindern erzählte (“Warum gibt man Pubertierenden Gören eigentlich 6 Wochen Sommerferien? Schlimm!”), mich über meine Zeit nach dem Studium ausgequtsche (“Jaa in Neuseeland sind gaaanz viele Deutsche inzwischen”) und schließlich noch Tips gegeben hat, wie ich dem Staat auch Finanziell als Arbeitslosender helfen kann. (“Sagen Sie dem Beamten auf keinen Fall, dass Sie bis Neuseeland nicht mehr wirklich arbeiten wollen, sonst gehen Sie leer aus!”)

Ja und nach 20 Minuten war die ganze Sache auch schon gegessen. Ich kenn jetzt den Unterschied zwischen Arbeitslos und Arbeitssuchend und wurde mal wieder daran erinnert, dass solche Aktionen stets nur am Ort des Hauptwohnsitzes beantragt werden können. D.h.: Geld gibts erst wenn ich in Gmünd das ganze Spielchen nochmal wiederhole. Und wer weiß, vielleicht hab ich ja Glück und kriege meinen unmotivierten Kumpel als Sachbearbeiter. Dann krieg ich vielleicht kein Geld, aber ein Zugticket an den Ort von dem ich gekommen bin.

Musik! Gestern zufällig über diesen Klassiker gestossen und dachte, ich könnte den doch mal posten. Einfach so, ohne weiteren Grund: Foreigner - I want to know what love is

Als ich gestern Abend heim kam, lag so ein kleiner Umschlag von der Stadt Karlsruhe vor meiner Türe. Ich dachte schon zuerst es wäre die Bestätigung, dass mein Inat. Führerschein zur Abholung bereit läge. Leider wars aber genau das Gegenteil:

[...] Da Sie allerdings in Karlsruhe nur mit Nebenwohnsitz gemeldet sind, ist es leider nicht möglich Ihnen einen internationalen Führerschein auszustellen.

Na Klasse. Also doch wieder alles von Gmünd aus machen und was is mit den 15 Euro Bearbeitungsgebühr und meinem Passbild? Die Angaben auf der Website der Stadt Karlsruhe sind etwas irreführend wenns um das Antragsverfahren geht:

Falls Ihr nationaler Führerschein nicht von der Stadt Karlsruhe ausgestellt wurde, benötigen wir eine Karteikartenabschrift der ausstellenden Führerscheinbehörde, die Sie an uns schicken lassen (unsere Fax-Nr.: 0721/133-3909).
Wir sind auch bereit, die Karteikartenabschrift zu besorgen, Ihr Antrag kann allerdings bis zum Eintreffen der Karteikartenabschrift nicht bearbeitet werden. (Quelle: Karlsruhe)

Um den Führerschein zu beantragen braucht man also Perso/Reisepass, Lichtbild, Führerschein und diese Abschrift. Was hindert denn einen Nebenwohnsitz nun daran, mir anhand dieser Deutschland- bzw. Europa- und Weltweit gültigen Unterlagen diesen Blättchen Papier auszufüllen damit ich im Ausland ein Auto bewegen darf? Also in einer Gegend die sowieso sämtliche Abgrenzungen sämtlicher Wohnsitzdefinitionen sprengt.

Schon ziemlich Ironisch, dass eine Distanz von 120km, also der Strecke Karlsruhe – Schwäbisch Gmünd, über die Legalität deines Handels an einem 12000km entfernten Ort entscheiden soll. Aber da wiehert er halt doch noch manchmal, unser kleiner deutscher Beamtenschimmel.

Einen kleinen Lichtblick gibts trotzdem, da ein Anruf auf dem Bürgerbüro Karlsruhe schnell für Klarheit sorgte. Hatte sofort meinen Sachbearbeiter am Hörer, der sogar noch wusste worum es sich handelt und hat mir zugesichert, dass Geld Passbild so schnell wie möglich wieder in meinen kalten toten Händen sind. Die 15 Euro brauch ich auch wirklich dringend. Soviel kostet nämlich die Zugfahrt nach Schwäbisch Gmünd.

Aber wat will man machen, nich? Faith no more - Easy

Heute war mal noch ein Besuch im beliebten Karlsruher Bürgerbüro K8 fällig, um mir einen dieser internationen Führerscheine zu beantragen. Im Endeffekt ist das ganze nichts anderes wie eine Übersetzung deines Führerscheins in alle möglichen Sprachen, damit der dumme Auslandsbeamte sich besser fühlen kann wenn er dich wegen irgendwas stressen möchte.

Aber der wirkliche Nutzen liegt in der Möglichkeit sich mit dem Teil Ausweisen zu können. Natürlich ersetzt dieser Führerschein nicht den Reisepass, aber er hat im Nicht-EU Ausland ungefähr den Stellenwert eines Personalausweises. Am anderen Ende der Welt, wird das Teil sogar möglicherweise eher Akzeptiert.

Ein praktischen Nutzen hat das Teil allemal, soweit ich gehört hab: Bei der Beantragung eines Bankkontos in Neuseeland hilft der Führerschein dieses zu bekommen, da manche Banken zusätzlich zum Reisepass eine zweite Verifikation haben wollen. Und da kommt das Teil dann ins Spiel.

Das gute am Internationalen Führerschein ist, dass man das Teil ausnahmsweise auch mal ausserhalb seines Erstwohnsitzes beantragen kann. Die Karlsruher Behörde lässt sich so aus Gmünd die notwenigen Unterlagen zusenden und braucht dann nen knappen Monat um das ganze Auszustellen.

Kostenpunkt für den Spaß liegt bei erstaunlich günstigen 15 Euro. Na da nehm ich doch glatt zwei davon.

Musikalische Untermalung wird heute ersetzt durch das bekannte Video von dem armen kleinen Kiwi, der sich so sehnlich wünscht fliegen zu können: Youtube - Kiwi!

Jul 162009

Oi, das ging schnell.

Auch bei Behörden scheint dieser ganze Onlinekram mal zu funktionieren. Jedenfalls halte ich heute mein Visum für Neuseeland in der Hand.

Ok man bekommt da nix schickes per Post zugesandt, sondern muss sich das Ding selber ausdrucken, aber pff wenn kümmerts. Warum das Ding dann trotzdem 120 Neuseeländische Möpse kostet is mir zwar nicht klar, aber Behörden wollen ja auch bissel was verdienen, also was solls.

So, damit gibts defintiv kein Zurück mehr. Flug ist gebucht und Visum ist anwesend. Zumindest solang ich nicht wie angedroht, von meinem Mitbewohner  umgehauen werde. Aber da kann ich nur lachen und sagen: Conny, leere Drohung sind das doch! Sonst nix! Dich rauch ich in der Pfeif… oder im Ofen ;-)

Hehe, keep fucking support metal!

Soundtrack zum Post:
Joe Bonamassa: Sloe gin

Gut, die Vorbereitungen für Neuseeland müssen langsam etwas in Schwung kommen. Und das wichtigste, weil Elementar sind das Visum und der Reisepass. Ohne diese beiden Dokumente sollte nur Reisen wer auf Waterboarding anstatt auf Boarding on Flight steht.

Jedenfalls werd ich am Samstag meinen neuen Pass beantragen. Warum erst am Samstag? Na weil das wieder mal nur in der Stadt geht, in der man seinen Erstwohnsitz hat. Warum, dass weiß ich nicht. Man muss ja sowieso mit altem Reisepass und Geburtsurkunde dort auftauchen. Oh und das schöne biometrische Schwerverbrecherfoto nicht vergessen.

Bei der Geburtsurkunde dachte ich, die wäre mal verloren gegangen und hab mir in meiner Motivation einfach mal ne neue für 12 Euro bestellt. An dieser Stelle muss ich jedoch unsere Behörden mal loben, dann kritisieren und dann wieder loben.
Loben, weil man das Online per PDF-Formular machen kann. Dieses besitzt sogar einen Absenden Button.
Nochmal loben, weil morgens um 9 tatsächlich jemand ans Telefon geht, da ich irgendwie Misstrauen hatte an dem Forumular.
Kritisieren, weil das Formular zwar angekommen ist, aber nicht lesbar war mit den Maschienen der Behörde… gut, dass ich angerufen hatte.
Jetzt aber wieder loben, weil ichs einfach unbürokratisch per Mail nochmal schicken konnte und die es dann direkt an das zuständige Rathaus weitergeleitet haben.  Hab in Gmünd die Urkunde beantragt, aber da ich in Mutlangen geboren wurde, mussten doch die sich darum kümmern.

Egal, jedenfalls hab ich den Wisch jetzt und hol mir meine neue Reisepappe am Samstag. Weil ohne Pass kein Visum und ohne Visum kein Neuseeland.

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