Man sagt ja, dass es Maenner die mal auf der See waren, immer wieder zu ihr zurueck kommen werden. Und so liegt es auch nahe, dass man sich immer in der naehe von Schiffen rumtreibt.
Aus diesem Grund war ich letztes Wochenende in Whangarei um Bernie und Brian und der Rose Maree mal wieder einen Besuch abzustatten.
Die gute ist zur Zeit in der Werft um mal wieder ein paar Wartungsarbeiten vorzunehmen und neuen Antifoul aufzubringen. Alles ganz normal. Die Arbeit faellt bei Booten eben alle 1/2 Jahre an.

Rose Maree on the Slip

Auf dem trocknen: Wenn so ein Boot mal ausm Wasser ist, sieht man erst wie riesig so ein Teil eigentlich ist. Kaum vorzustellen, dass dieses Ungetuem von gerade mal 2 Maennern gebaut wurde. Rechts am Rand sieht man auch den Vergleich zu einer Menschengroesse. Das Gelbe Dhingy, welches davor liegt, hab ich in der Nelson Marina versenkt, als ich meine Bilder und meinen MP3 Player ins Nirvana geschickt hab.

Mit jeder Menge Neuseelaendischer Bierspezialitaeten bepackt, hab ich mich auf den Weg zu den beiden Herren gemacht. Samstags sind wir nur ums Boot herum gewesen und eben so erzaehlt, was die letzten Monate so passiert ist, seit wir uns das letzte mal gesehen haben. Manche moegen es auch Seemannsgarn nennen.

Aber trotzdem hatte ich noch etwas Zeit mit der Handy Cam ein paar Bilder zu machen, um euch auch mal nen Eindruck zu geben wie es unter Deck aussieht. Leider funktioniert der Panorama Mode nicht so ganz wie ich es mir vorstelle, weshalb die Uebergaenge manchmal etwas komisch aussehen. Aber man bekommt dennoch einen Eindruck denke ich.

Saloon

The Saloon: Fangen wir doch mit dem Wohnzimmer an.Der Blick ist von der Kueche aus gesehen. Im Hintergrund wuerde es in Brians Koje gehen, aber da hat der Foto komische Sachen gemacht. Auf der linken Seite hab ich geschlafen, auf der rechten Romain. Neben den Betten konnte man dann noch recht gut sitzen und auch schlafen, wenn man ne entsprechende Vorrichtung gegen das Runterfallen angebracht hat. Der Tisch in der Mitte ist zusammenklapp bar.

Einfach ins Bild klicken, falls man zu wenig erkennen kann.

Companionway

Companionway and Galley: Auch dieses Bild erfordert wieder ein wenig Phantasie. Diesmal hab ich mich einfach um 180 Grad gedreht und die Kueche, den Aufgang und einen Teil vom Charttable fotographiert. Fuer ein Boot ist das absoluter Luxus. Normale kleine Nussschalen haben vielliecht ne kleine Kochniesche. Wir hatten ne Kueche, Arbeitsflaeche und nen richtigen Kuehlschrank. Man beachte das Topfhalterungssystem. Das ist auf jeden Topf exakt angepasst. Da klappert nix, die sind Bombenfest. In anderen Schuesseln scheppert das immer so furchtbar.

Galley/Charttable

Charttable: Dieses Mal die Kueche von der anderen Seite mit besserem Blick auf den Charttable. Brauch ja nicht erwaehnen, dass der Panoramamode wieder mal faxen gemacht hat. Links gehts in den Saloon. Rechts gehts raus und hinter mir rechts gehts in Bernies Koje.

Image454

Brians Koje: Kleiner Blick ins Reich von Brian. Ja spartanisch gehts am Ende zu. Immerhin hat er ein grosses Bett.

The Heads

The Heads: Oder eben Bad! Ja spartanisch, aber alles was man braucht. Das Klo sieht uebrigens so futuristisch aus, weil das Teil von Hand betrieben wird. Man sieht in der Mitte so nen Hebel. Der ist fuer die Pumpe, welches eure feinsten Exkremente ins Meer befordert, um dort als Fischfutter zu enden. Dieser Fisch wird dann von einem groesseren Fisch gefressen. Dieser wiederum von uns geangelt und wieder gegessen. Und so funktioniert das mit dem grossen Kreisslauf :-)

Romain hat im Facebook ein Video von unserer Ankuft an Puysegur Point hochgeladen. Das ist der Suedwestlichste Punkt der Suedinsel. Um dort hin zu gelangen muss man von Stewart Island aus die Foveaux Strait durchqueren, die als einer der gefaehrlichsten Meeresengen der Welt gilt. Erst 2006 sind Sechs Fischer dort in nem Sturm umgekommen. Und Sturmwarnungen hats eigentlich taeglich fuer diese Gegend.
Bei unserer Durchquerung wars etwas angenehmer und als wir im Sonnenaufgang endlich am Puysegur Point waren, hat das alles auch deutlich spektakulaerer ausgesehen. Das Video ist zwar etwas dunkel, aber gibt einem doch einen kleinen Eindruck ueber die Umstaende. Die rote Muetze die man da mal kurz sieht, bin uebrigens ich :-)

Wenn mir jemand im November gesagt haette, wo ich mich Mitte Februar befinden werde, haette ich ihm wahrscheinlich gesagt, dass die Idee zu segeln toll ist, aber wie soll ich das denn bitte anstellen?

Jetzt, da wir schon die erste Haelfte Neuseelands hinter uns haben und dank notorischem Suedwest Wind in der Fovaeux Strait seit 2 Wochen ergebnislos in Dunedin rumhaengen, kann ich die freie Zeit doch genau so gut fuer eine Retrospektive nutzen. Und wirklich viel hab ich ja auch noch nicht ueber die Rose Maree erzaehlt.

Und weil viel Bla bla Text eh wieder keinen Interessiert, gibts Bilder. Lesefaules Volk! :-p
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Ok, jetzt sind ja schon ein paar Sachen klar: Das Leben an Bord ist schoen und damit das alles nicht gleich wieder zu Ende geht, bleib ich noch etwas laenger an Bord. Naemlich die naechsten 2 Monate oder so. Halt solange, bis wir mehr oder weniger einmal um Neuseeland rum sind.

Wo wir genau alles halt machen, kann ich so genau jetzt auch nicht sagen, aber ein paar Ziele stehen jedenfalls schon mal fest. Um das mal zu visualisieren, hab ich ne kleine Google Map gebastelt, auf der man die bisherige Route sehen kann und ein paar der Punkte die wir ansteuern werden.

Weil, aber ein paar Punkte auf ner Karte langweilig sind, kann man die jeweils anklicken und sieht ein paar Impressionen des jeweiligen Ortes.
Besonders die Bilder im Suedwesten der Suedinsel kann ich empfehlen. Also das Fjordland, Milford Sound, Doubtful Sound und so. Darauf freue ich mich persoenlich auch am meisten.


View Sailing Route in a larger map

Achja und bevor jemand rumheult. Alle Bilder sind unter der CC-Lizenz frei verfuegbar und hab ich aus der Flickr Bildersammlung.

Ja es ist gar nicht so einfach immer ständig über alles zu bloggen. Klar, erwartet ja auch keiner, aber ich versuche eigentlich schon euch so gut wie es geht aufm laufenden zu halten. Wenn man das halt auch wirklich umfassend machen möchte, werden die Artikel halt immer wirklich recht lang. Wahrscheinlich sogar dem einen oder anderen zu lang zum Lesen.

Aber ich versuche da in Zukunft etwas mehr Varianz reinzubringen. Öfters kleine Berichte und dann ab und zu über die großen Ausflüge mehr detaillierte Informationen zu bringen. Ja, vielleicht auch mehr Videos (Mit oder ohne Fische) :-)

Was das ganze etwas kompliziert macht ist am ehesten noch die Chronologie. Da ich nicht jeden Tag Zeit/Lust/Geld hab um im Internetcafe stundenlang Berichte zu schreiben, zieht natürlich viel Zeit ins Land und man erlebt in der zwischenzeit ganz viele andere tolle Dinge, über die man vielleicht dann viel lieber berichtet als über etwas, dass schon ne Woche zurückliegt, dass aber zu dem Zeitpunkt wirklich einen Artikel wert gewesen wäre.

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Ich hab ja schon vorn paar Wochen mal so was in der Art angedeutet, dass ich mich bald aufs Schiff begebe. Ich hab da bisher nicht mehr drüber verlauten lassen, da diese Sache ja bisher noch nicht sicher war und ich ehrlich gesagt das ganze auch noch nicht glauben möchte solange ich an Land bin.

Trotzdem solls jetzt mal ein paar mehr Infos darüber geben, was es denn da mit auf sich hat. Ich hab vor Weihnachten ein paar Tage in Whangarei verbracht um dort im Hafen mein Glück zu versuchen um Arbeit zu finden. Aber wie in Opua und Kerikeri hatte auch der Hafen hier nichts vielversprechendes zu bieten, dass irgendwie nach Arbeit riechen könnte. So hab ich die Tage halt eher dazu benutzt um mal wieder Wasserfälle zu sehen und ne Wanderung zu machen, die bisher eine der besten war, da die Gegend recht abwechslungsreich war und wenn man Leute danach gefragt hat, ob sie einem die Wasserflasche auffüllen könnten, wurde man auf ein kühles Bier im Garten eingeladen. :-)

Arbeitssuche mit unerwartetem Ausgang

Trotzdem wollt ich mich nicht ganz dem Faulenzen hingeben und so hab ich im Marina Office, was so ne Art Hafenmeisterei ist, am Schwarzen Brett nach Angeboten gesucht und bin dabei auf eine Anzeige gestoßen, die sich umgefähr so laß:

Crew Wanted

Ja hammer! Genau das wonach ich gesucht habe! Wird es vielliecht doch noch wahr? I’m on a boat?

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Die Bay of Islands, heisst nicht zum spass wie sie heisst. Die zerklueftete Landschaft beinhaelt viele viele kleine, meist unbewohnte Inseln.Insgesamt sollen es 144 sein, wenn ich mich richtig erinner. Und anstatt nur an Land der Kueste zu folgen, laesst sich die ganze Bucht halt doch am besten vom Boot aus erkunden.
Da ich ja etwas bescheiden reisen wollte, hab ich die grosse Yacht zuhause in Deutschland aufm Josefsbach ankern lassen, aber hey was solls, die Neuseelaender sind ja ne Seefahrer und Segler Nation, also wirds hier ja genug Boote geben. Und das tuts definitiv! Darf ich euch vorstellen? Die “Gungha”, das Segelschiff meiner Wahl:

Die Gungha - 65 Feet Lang

65 Feet lang und gross genug um locker 15 Leute daruf zu packen ohne dabei Platzangst zu bekommen. Unter Deck koennen locker 8 Leute schlafen und natuerlich ist das Teil mit mondernster Technik, GPS und wahrscheinlich sogar nem Raketenwerfer bestueckt.
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