Nov 092010

Es muss morgens 4:30 Uhr gewesen sein, als an jenem 9.November 2009 mein Wecker klingelte. Dieser Morgen war anders als all die anderen davor. Nicht nur, dass ich um diese Uhrzeit eigentlich eher nach Hause komme anstatt aufzuwachen. Auch schien die Situation etwas speziell. Ein vollbepackter Rucksack, ein leergeräumtes Zimmer und dieser mysteriöse Umschlag mit Flugtickets und notierten Abflugzeiten deuteten deutlich darauf hin, dass ich die Heimat wohl für eine ziemlich lange Zeit verlassen werde.
So ging es damals zum Stuttgarter Flughafen. Ohne rechten Plan was die nächsten Monate bringen werden, aber dafür mit nem ordentlich flauen Magen sollte ich mich von meinen Eltern verabschieden, durch die Sicherheitsschleuse treten um anschließend im Flieger Richtung San Francisco zu sitzen.
Was folgte war ein Kulturschock in den Staaten, paradiesische Zustände auf Fiji und einer Umsegelung Neuseelands, die tiefe Eindrücke hinterlassen sollte.

Das alles begann vor genau einem Jahr.

Heute ist es also genau auf den Tag her, dass ich auszog um die Welt zu retten und bisher noch nicht zurück kam. Eigentlich kann ich mir gerade gar nicht vorstellen, dass ein Jahr, also 365 Tage, schon wieder vorbei sind. So schnell? Das kann doch irgendwo gar nicht sein. Aber ein Blick in meine Reisenotizen, die ich täglich mache bestätigen, die Tatsache, dass ich bereits so lange Deutschland, die Heimat, Freunde und Familie nicht mehr gesehen habe.
Schlimm? Nein. Bedauerlich vielliecht, aber schlimm auf keinen Fall. Schließlich habe ich mir es selber so rausgesucht und vielleicht insgeheim auch schon immer so gewollt.
Für die meisten Menschen ist ein Jahr Auszeit genau das was es beschreibt. Ein Jahr mal Raus aus dem Alltag und den Spielregeln. Danach gehts aber wieder Brav zurück an den Platz im System, da wo ein Rädchen eben hingehört.
Ich habe die Regeln meiner Auszeit gebrochen und beschlossen, die Auszeit einfach zur Regel zu machen. Warum denn auch nicht? Es gab schließlich nichts zu verlieren. Aber hätte ich das vor einem Jahr schon so sagen können? Wohl nicht.
Die Gründe warum ich heute noch in Neuseeland bin sind nicht die selben warum ich Deutschland verlassen habe.
Weg wollte ich, weil ich Urlaub brauchte, Ruhe und Zeit zum Nachdenken, Sortieren und neu Anfangen. Um rauszufinden, was ich überhaupt mit dieser Welt machen möchte, die einem doch so offen steht. Schließlich hat man spätestens nachm Studium doch sämtliche Vorraussetzungen beisammen, um überall auf dieser Welt nicht in der Gosse landen zu müssen.
Aber nicht wieder gekehrt bin ich bisher, weil der Horizont plötzlich so viel größer als noch vor einem Jahr erscheint.
Ansich ist dieses Gefühl ja nichts ungewöhnliches, wenn man Reisen geht. Ich nehme mal an, dass mir jeder Traveller dies bestätigen kann. Wo sonst erlebt man täglich etwas neues und meist völlig unglaubliches?
Aber für einige Menschen ist dieser erweiterte Horizont eben so etwas wie eine Offenbarung, die einen inneren Drang nach Flexibilität und Sorgenlosigkeit befriedigt. Wenn der Drang danach morgens nicht zu wissen, was am Abend passieren wird oder was hinter der nächsten Ecke auf einen wartet größer ist, als Sorgen um Zukunft, Altersvorsorge und einem Leben in Reichtum und Luxus, dann kann man diese Aspekte wohl getrost unter dem Begriff “Freiheit” zusammenfasssen. Freiheit und Sicherheit stehen sich nunmal diametral gegenüber und irgendwo dazwischen muss jeder für sich seine Balance finden. Für mich liegt diese definitiv mehr auf der Freiheit, da ich finde dass man als freier Mensch automatisch auch sicher ist, wenn auch auf eine andere Art wie sich das jemand vorstellt, der sich mehr an bestehenden Werten festhält.
Es mag schwer zu vermitteln sein, aber nach ein paar Erlebnissen auf der Straße, egal ob gute oder schlechte, lernt man vorallem: “Es geht immer weiter”. Und ja! Das tut es. Sogar besser, als wenn man gefangen ist in vermeintlicher Sicherheit.

“Aber, aber”!, könnte man jetzt sagen. Große Worte für jemand, der sich in Neuseeland eine 9-to-5 Office-Job in einer der weltweit stärksten IT-Firmen geholt hat.
Stimmt, sind es. Aber habe ich vor für immer hier zu bleiben? Arbeite ich für diese Firma, weil ich mich in Neuseeland niederlassen möchte, heiraten, 2 Kinder machen und ein Haus kaufen will? Oder mache ich es doch eher schlichtweg, weil das Abenteuer für mich noch gar nicht vorbei ist? Vielleicht auch einfach nur, weil ich kann?
Letztendlich sind die Gründe unwichtig, solang man erkennt, dass man alles machen kann was man möchte und wo man möchte, wenn man nur die Eier hat es durchzuziehen.
Wenn nicht, ist das deine Sache, aber ich habe mein mein Büro lieber am Strand unter Palmen als in nem Hochhaus in Stuttgart.

Das letzte Jahr war für mich wie ein Beweiß über Annahmen, was man im Leben als wichtig erachten sollte. Oder was ich als wichtig erachte. Ein Leben nach dem Terminkalender, ein Leben in einer politisch, wirtschaftlich und juristisch komplexen Umgebung wie der Europäischen Union, ein Leben um der Arbeit und des Konsums willen, das einem nicht mehr Freiraum lässt, als es die neueste Überwachungsphantasie unseres verängstigsten Staatsapparates auf sich hat, gehört nicht gerade zu den Dingen, die das Lebens lebenswert machen.
Hier draussen sieht man auch wie es anders gehen kann. Selbst der schnöde 9-to-5 Job ist hier unten nicht mit Deutschland vergleichbar und wenns schon allein daran liegt, dass man auch wirklich nur 7,5 Stunden am Tag arbeitet. Und wenns mir hier mal nicht mehr gefällt, dann mache ich eben wieder was anderes. Segeln vielliecht. Wer weiß das schon. Machbar ist alles und Verpflichtungen habe ich ja keine. Also warum nicht.
Versteht mich net falsch. Ich will hier keine Faulheit propagieren, da ich davon nichts halte. Ich habe einfach nur das Gefühl, einer obskuren unsichtbaren Macht die von unserem Umfeld ausgeht das Heft aus der Hand gerissen zu haben, welches die Geschicke des eigenen Lebens steuert.

Und das gebe ich jetzt so schnell auch nicht mehr her, auch wenns eines Tages mal schief gehen sollte. Aber wie gesagt, “es geht immer weiter”.

365 Tage weg aus Deutschland. Bisher wars großartig. Nicht nur, weil es hier unten so schön ist, sondern auch weil ich immer noch von genug Leuten aus der Heimat Kontakt habe und mich das auch schon durch so manche Phase der Heimweh oder sonstige Zweifel gebracht hat. Danke schön dafür an alle, die sich jetzt angesprochen fühlen.
Na dann, mal sehen wie es weiter geht hier unten. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich da nicht so ein paar Ideen hätte. Aber trotzdem stimmts immer noch: Ich komm ja wieder. Irgendwann…

Wenn man um die halbe Welt fliegt ist das ja mit den Zeiten so ne Sache. Da mal ne Stunde dazu, da mal wieder eine weg oder vielliecht auch mal zwei oder sechs Stunden. Je nachdem.
Und wenn man dann ne bloede Uhrzeit hat, zu der man fliegen muss, dann gibts auch noch ne Runde Jetlag inklusive Muedigkeit kostenlos dazu. Super, is doch auch mal was.

Der Jetlag hat mich bisher ja wirklich in Ruhe gelassen. Meine Flugzeiten waren bisher stets perfekt und auch der Flug nach Auckland, der morgen frueh um 8.45 Uhr startet, wird mich nicht gerade aus der Bahn werfen, zumal ich da eh nur 3 Stunden in dem Metallvogel sitzen werde.

Was mich dafuer um so mehr verwirrt hat, waren die Zeitzonen. Jedenfalls bei meinem Flug nach Fiji. Hierbei ergab es sich naemlich, dass der 20. November niemals fuer mich stattgefunden hat. Und darum muss ich das doch nochmal explizit festhalten, damit ich nicht jedesmal von vorne ueber die Sache nachdenken muss.

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Da mir gestern schlagartig klar wurde, dass mein Aufenthalt in Frisco echt verdammt schnell seinem Ende entgegen geht, kam mir auch so langsam die Erkenntnis, dass es sich auch auf den Fiji Inseln nicht nur von Luft und Liebe leben laesst. Vorallem da gerade irgendwie Kackwetter dort ist und ich nicht nach 2 Tagen Dauerregen aufgedunsen wie Luciano Pavarotti am Strand liegen moechte.

Und nach ein wenig Recherche hab ich mir jetzt auch mal fuer die ersten 2 Naechte ein Hostel rausgesucht. Das “Mango Bay Resort” an der Coral Coast im Sueden von Fiji.
Kleines Hostel direkt am Strand fuer 10 Euro die Nacht im 4er Zimmer klingt eigentlich schon mal ganz gut. Mal schauen, wies dann vor Ort ist. Zur Sicherheit mal wieder nur 2 Naechte gebucht, nicht dass ich dann 5 Tage lang bei den Ratten schlafen muss.

Falls sich den Schuppen jemand anschauen moechte, hier ist der Link:

Link: Mango Bay Resort Fiji

Heute ist mein letzter Tag in San Francisco. Wir haben ein Auto gemietet und fahren nachher den beruehmten Highway 1 bis nach Big Sur, einer wundervollen Kuestenlandschaft.

Hier der Wikipedia Eintrag dazu:

Link: Wikipedia Eintrag zu Big Sur

Abflug nach Fiji ist am 19. November gegen 16.15 Uhr.

Hey ist ja total super, wie ich meine guten Vorsätze behalte. JEDEN TAG blogge ich :p. Naja gut das Problem ist einerseits, dass ich für alle 10 Minuten Internet 1 Dollar bezahlen muss (und das is noch günstig in den USA. Die sind soooo rückständig) und andererseits, dass ich bisher schlichtweg genug erleben konnte. Also so gesehen ist es immer ein gutes Zeichen, wenn ich nicht blogge. Jedenfalls für mich :-)

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Nov 102009

Man solls ja kaum glauben, aber es ging jetzt dann doch endlich los! Ich weiss ich hab die letzten Tage kaum etwas geschrieben, aber das lag hauptsaechlich daran, dass ich dafuer gar keine Zeit gehabt haette.
Da mussten noch schnell die eine oder andere Sache erledigt werden und dann gibts in Karlsruhe auch noch ein Zeugnis, dass Abgeholt werden wollte und so weiter. Und ehe man sich versieht ist dann auch schon Montag Nacht und man fragt sich warum um 4 Uhr in der Fruehe zum Teufel der Wecker klingelt.
Halb verpennt bin ich also dann ausm Bett gekrochen um schlaftrunken meinen Rucksack mit den letzten Resten zu fuellen, die notwendig waren. Ich nehms schon mal vorneweg. Saemtliche TShirts die ich mitnehmen wollte, habe ich Zuhause liegen lassen. Dafuer hab ich ein kariertes Hemd und nen gestreifen Pulli dabei. Na dann kanns ja losgehen. Ein Glueck hats hier Laeden, die noch arme Menschen in entfernen Laendern ausbeuten um deren Textilien zu guenstigen Preisen in den USA anzubieten.

Das Wetter hat waehrend der Fahrt zum Flughafen meiner Stimmung entsprochen. Dunkelheit, Kaelte und Regen. Ok ganz so schlimm hab ich mich natuerlich nicht gefuehlt, aber dennoch war auf dieser Fahrt von Vorfreude noch nicht wirklich viel zu spueren. Ich denke dies hatte zum Teil wirklich was mit der Uhrzeit zu tun, schliesslich fuhren wir heut Morgen gegen 5 Uhr los.
Aber hauptsaechlich lags mehr an all dem, was man da einfach mal so hinter sich laesst. Und selbst wenn man in dem Moment noch nicht viele seiner Freunde vermisst, weil man ja erst seit 30 Minuten unterwegs ist, so beschleicht einen staendig das Gefuhl, dass man noch nicht los kann, weil man ja noch irgendwas erleidgen muss bevors los gehen kann.

Zum Glueck haben weder Timetable noch Fluggesellschaften keinen Sinn fuer solche Gedanken und so wird man in Stuttgart am Flughafen dann doch auch wieder recht schnell von der Realitaet eingeholt. Sicherheitscheck, Ticket geschaetzte 10.000 mal fallen lassen und eine Verabschiedung von ner Mutter mit Traenen in den Augen lassen dann so manchen anderen Task doch erst mal wieder unwichtiger erscheinen.

Der Flug selbst war unspektakulaer und waeren wir in London nicht erst mit ner Stunde verspaetung losgekommen, weil in den USA irgend ein System ausgefallen ist, muesste ich fast sagen, dass der Flug schon viel zu erschreckend Normal war, wahrscheinlich ist das aber auch ganz gut so, moechte man doch nicht gleich am ersten Tag als Fischfutter im Atlantik enden. Stattdessen hab ich jetzt endlich mal “Das Leben der anderen” und “The curious Case of Benjamin Button” gesehen. Eigentlich hab ich auch noch den Film “Moon” gesehen, aber eher so unterbewusst im Schlaf.

Nach der Ankunft in SFO hab ich mir erst mal Zeit gelassen. Keine Spur von Hektik an den Tag gelegt. Die Aufregung und Hektik, die mich in Stuttgart noch Tickets fallen lies und meinen Perso kurzfristig unsichtbar gemacht hatte, hat sich inzwischen in entspanntes Flugplatzschlendern verwandelt. Ist doch alles halb so wild.

Das Youth Hostel hat sich dann nach ner kleinen Zugfahrt mit BART, dem Bay Area Rapid Transit auch recht schnell finden lassen. Das Hostel befindet sich mitten in Downtown und war frueher mal ein Hotel. Dementsprechend sind die Zimmer recht luxurioes fuer eine Jugendherberge. Die Raeume sind mit dunklem Holz gekleidet und alles ist irgendwie recht verwinkelt. Einen gewissen Charme kann ich all dem hier nicht absprechen. Ist jedenfalls besser als kalt gefliesste Nutzbauten mit Gemeinschaftsbad. Ich mach morgen mal paar Bilder.

Fuer heute werd ich keine Baeume mehr rausreissen. Es ist zwar erst 20:30 Uhr, aber ein wenig Jetlag ist doch vorhanden. Und so werde ich das Angebot von Brad, meinem Zimmerkollegen, wohl ausschlagen muessen. Brad, seines Zeichen Sommelier und Barkeeper kennt da eine kleine Bar, die seit der Zeit der Prohibition existiert und damals illegal Getraenke ausschenkte. Heute soll es dort gute Cocktails geben. Ich werd mir auf jeden Fall mal den Namen von dem Teil geben lassen.
Bis morgen sollte ich schliesslich wieder fit sein und kann dann mal meinen ersten Angriff auf San Francisco starten.

So, dass soll mal als kleine Einleitung reichen. Ich bin jetzt doch etwas am Arsch und werd nachm Essen wohl pennen. Guten Morgen Deutschland.

Sep 192009

United Steaks

United Steaks…. gnihihihi
Ich weiß jetzt nicht ob ich gerade über was lachen musste, dass möglicherweise schon nen Bart hat, aber “United Steaks” hätte schon viel früher kommen müssen. Der Witz is zu offensichtlich. Und was man da jetzt alles reininterpretieren könnte…. Herrlich

Wer im Rahmen des Visa Waiver Programmen in die USA reisen möchte, muss ein kleines Formular zu seiner Person ausfüllen. Das Visa Waiver Programm ist für alle die Leute die ohne spezielles Visum in die USA einreisen dürfen. Dazu gehören wir Deutschen erst mal dazu. Gibt dann eben so Auflagen wie, dass man nicht arbeiten darf und sich eben Anständig benehmen soll. Achja nach 90 Tagen das Land wieder zu verlassen könnte ebenfalls die diplomatischen Spannungen zwischen neuer und alter Welt etwas verringern.

Alles was man dazu machen muss ist dieses “ESTA” Formular ausfüllen. ESTA steht für Electronic System for Travel Authorization und die Amerikaner versuchen damit herauszufiltern, dass keine bösen Menschen wie Osama Bin Laden oder Fidel Castro in ihr Land einreisen. Die hätten nämlich spätestens bei der Frage Waren Sie jemals oder sind Sie gegenwärtig an Spionage- oder Sabotageakten, an terroristischen Aktivitäten oder an Völkermord beteiligt? gewissensbisse bekommen und würden sich niemals trauen dort ein heuchlerisches “Nein” einzutragen.

Nein, mal ehrlich ich hab keinen so rechten schimmer für was dieses Formular gut sein soll ausser, dass die Jungs dann mal paar Daten wie Name, Passnummer, Herkunft, etc zur Statistikehebung zur Verfügung haben. Die ganzen Fragen im Schritt 2 dienen da wohl eher nur als Vorwand. Meine Lieblingsfrage ist und bleibt aber:

Haben Sie jemals eine Person mit U.S.-Staatsbürgerschaft daran gehindert, das ihr gerichtlich zustehende Sorgerecht für ein Kind auszüben, oder haben Sie ihr dieses Sorgerecht vorenthalten oder verweigert?

Ich würde gerne noch in diesem Leben herausfinden wollen, was passiert, wenn man hier “Ja” anklickt. Ob dann die Suche nach Osama Bin Laden endgültig eingestellt wird?

Song zum Morgen:
Lily Allen - Not fair

Jul 142009

Und weiter gehts im Race for New Zealand

Neben einem Flugzeug, dass einen in die Ferne bringt ist eine Aufenthaltsgenehmigung auch nicht gerade das unwichtigste Hilfmittel zum Ziel seiner Träume.

Im meinem Fall ists das Working-Holiday Visum, dass einem die notwendigen Berechtigungen gibt dort unten für seine Freizeit zu Arbeiten.  Zum Glück ist Neuseeland was das Thema angeht sehr fortschrittlich und man kann das Teil locker über das Internet unter dem Link https://www.immigration.govt.nz/secure/default.htm beantragen.

Was man dafür braucht ist eine Kreditkarte, 120 neuseeländische Eier und einen Reisepass, der noch über den Zeitraum den man verreisen will gültig ist. In meinem Fall ist es mein frisch beantragter Reisepass, den ich am Wochenende abgeholt hab und noch bis äh 2015 oder so gilt.

Die Angaben im Onlineformular sind recht simpel und neben den notwendigen Angaben zur Person finden sich auch hier die wirklich sinnvollen Fragen ob man Terrorist ist, Drogen nimmt und evtl schon mal mit Tuberkulose im Gefängnis saß.

Wobei ich sagen muss das Thema Tuberkulose ist wirklich ein Punkt, den man nicht vergessen darf und zwar dann wenn man in den letzten 5 Jahren länger als 3 Monate in einem Tuberkulosegefährdeten Land war. Sollte das der Fall sein muss man nämlich so ein X-Ray Attest mitbringen. Weiß grad nicht genau wie es heisst, da ich in keinem entsprechenden Land so lange zu Gange war.  Welche Länder das sind, kann man der Regierungsseite entnehmen. Wär halt blöd wenn man solche Kleinigkeiten dann vergisst.

Für meine beiden Zwischenziele USA und Fiji brauche ich übrigens keine speziellen Visa. 10 Tage USA sind noch im Rahmen touristischer Aktivitäten und die Leute auf den Fijis die chillen ja sowieso. Die juckt sowas wie ein Visa gar nicht.

Eventuell ein Indikator um zu erkennen wo die Welt noch in Ordnung ist?

Hölle ja! So schnell kanns gehen. Vor ein paar Wochen hab ich angefangen mich ernsthaft mit dem Thema Flugroute zu beschäftigen. Ist schließlich ein elementarer Bestandteil der Reise. Wenn man schon einmal um die halbe Welt reist, kann man auch genau so gut die halbe Welt auch besuchen und nicht nur darüber hinweg fliegen.  Außerdem ist der Flug dann gleich viel teurer und wie wir aus der Bullyparade wissen ist man dann auch gleich viel wichtiger! Nein also diese ganze Stopoverfliegerei hat wirklich den Nachteil, dass man evtl an Orten landet, die halt doch nicht so ganz billig sind, aber ich schätze, dass sollte es Wert sein.
Um den Geldbeutel nicht gleich in den ersten Wochen zu sprengen hab ich mich für zwei Zwischenziele und maximal 14 Tage Reisezeit bis zur endgültigen Ankunft in Neuseeland entschieden. Soweit die Vorgaben an mich selbst. Das nächste Problem ist dann natürlich wie rum fliege ich?Richtung Osten oder Westen?

Klar ist: Richtung Osten gehts schneller, allein schon weil man gegen die Drehrichtung der Erde fliegt. Außerdem muss man nicht über die Datumsgrenze fliegen. Andererseits könnte man auf ziemlich harten Boden treffen wenn der Vogel runterkommt und dabei paar unschuldige Han-Chinesen erwischen, die gerade dabei sind Uigurische Extremitäten auf Ebay zu verhökern oder dem einen oder anderem iranischen Zensurmullah ein Triebwerk zwischen die Kiemen rammen.  Und die Schäden zahlt keine Krankenkasse der Welt!
Allerdings könnte man auch wundervolle Kulturen wie die Arabischen Emirate kennenlernen, in Dubai vom höchsten Turm der Welt springen oder gegen einen Rolls Royce pinkeln ohne, dass es den Besitzer interessieren wird.  Oder wie wärs mit dem herrlich exotische Treiben südasiatischer Städte wie Bangkok, wo echte Männer noch wie Frauen aussehn oder Kuala Lumpur, wo man vom zweit höchsten Turm der Welt… Reizvoll in jeder Hinsicht ist diese Route auf alle Fälle. Achja und günstig isses soweit auch noch. Unter 900 Euro für Frankfurt – Auckland klingt nach einem fairen Angebot, dass selbst Burger King nur schwer unterbieten kann. Relativ gesehen versteht sich.

Die Alternative ist der Weg über den Westen, den großen Teich, die USA formerly known as Weltmacht und den anderen großen Teich bis Neuseeland.
Wenn hier ein Flugzeug vom Himmel fällt bekommts entweder keiner mit und man wird nass oder es werden ein paar unschuldige Araber wegen dir hingerichtet, so einfach ist das. Leider ist der Flug minimal teurer. Naja ok eigentlich gleich teuer. Aber man fliegt länger und verliert nen Tag, da man ja über die Tagesgrenze hinaus muss. Aber was soll ich sagen:  Anstatt mich den fremden Kulturen in Asien hinzugeben fröne ich lieber dem Flug nach Westen. Warum?

Nun, ganz bestimmt nicht, weil ich nicht nach Asien möchte. Im Gegenteil. Kulturell gesehen ist ganz klar die Ostroute die bessere und spannendere. Die USA sind ja doch eben wie wir ne westliche Nation und Neuseeland gehört schließlich auch zum Commonwealth. Wäre da nicht eine kleine Sache, die sich Ozeanien, genauer Fiji aka Paradis nennt. Ich musste schlichtweg abwägen was ich möchte. Und da war klar: Ich brauche erst mal eine kleine Pause von allem. Ich möchte nicht gleich im Trubel der Exotik, dem Rausch des Fremden und dem Süßsauren Geruch asiatischer Köstlichkeiten versinken; nicht ohne vorher mich mal zurückgezogen zu haben. Ich denke diese Reise verdient es, einmal tief Luft zu holen bevor es ins Abenteuer geht. Und diese Luft werde ich auf Fiji atmen.
Am Strand liegen, Aus Kokosnüssen trinken und im Blick auf endlos strahlendes blaues Wasser versinken.  5 Tage lang kann mich die Welt offiziell am Arsch lecken. Dann werde ich ausziehen um sie zu erobern!

Der Weg nach Fiji wird mich jedoch in einer Stadt vorbei bringen, die seit langem auch zu meinen Traumzielen gehört. San Francisco. In welcher anderen Stadt soll man den amerikanischen Traum der golden Age of 60ties and 70ties suchen, wenn nicht gerade dort. 10 Tage Frisco als Appetizer auf all die bevorstehenden Zeiten in fremden Welten.  10 Tage voller amerikanischem Wahnwitz und Größenwahn. Aber auch 10 Tage Lebensgefühl einer verflossenen Zeit, die ich nie erleben konnte, aber wie so viele suchen und nicht in seiner ursprünglichen Form finden werde. Ich hoffe wenigstens eine eigene Interpretation zu finden. Das wäre schon mal ein Anfang. Und wie heisst es doch schon so schön in “Fear and Loathing in Las Vegas”

Strange memories on this nervous night in Las Vegas. Has it been five years? Six? It seems like a lifetime -- the kind of peak that never comes again. San Francisco in the middle sixties was a very special time and place to be a part of. But no explanation, no mix of words or music or memories can touch that sense of knowing that you were there and alive in that corner of time and the world. Whatever it meant. There was madness in any direction, at any hour... You could strike sparks anywhere. There was a fantastic universal sense that whatever we were doing was right. And that, I think, was the handle -- That sense of inevitable victory over the forces of old and evil. Not in any mean or military sens; we didn't need that, our energy would simply prevail. We had all the momentum; we were riding the crest of a high and beautiful wave... So now, less than five years later, you can go up on a steep hill in Las Vegas and look west, and with the right kind of eyes you can almost see the high water mark -- that place where the wave finally broke and rolled back.
Die Flugroute nach Auckland gestaltet sich aller Voraussicht nach nun wie folgt:

  • Montag, 09.11.09 in Stuttgart nach London Heathrow (Noch nicht gebucht)
  • Montag, 09.11.09 10:40 Uhr GMT Abflug London Heathrow (British Airways mit einer Boeing 747) nach San Francisco Intl Airport. Flugzeit: 10 Stunden 55 Minuten.  Ankunft am Montag, 09.11.09 13:35 PST
  • Donnerstag, 19.11.09 16:15 Uhr PST Abflug San Francisco Intl Airport (Quantas mit einer McDonnell Doughlas MD-80) nach Los Angeles Intl Airport. Flugzeit: 1 Stunde 30 Minuten. Ankunft am Donnerstag, 19.11.09 17:45 Uhr PST
  • Donnerstag, 19.11.09 22:30 Uhr PST Abflug Los Angeles Intl Airport (Quantas mit einer Boeing 747) nach Nadi Intl Airport auf Fiji. Flugzeit: 10 Stunden 45 Minuten. Ankunft am Samstag, 21.11.09 05:15 Uhr IDLE
  • Donnerstag, 26.11.09 08:45 Uhr IDLE Abflaug Nadi Intl Airport auf Fiji (Quantas mit einer Boeing 737) nach Auckland Airport, Neuseeland. Flugzeit: 3 Stunden 05 Minuten. Ankunft am Donnerstag, 26.11.09 um 12:50 Uhr NZST

Ja so ist der aktuelle Stand um den Flug. Einen Rückflug hab ich übrigens noch nicht gebucht. Warum? Naja sagen wir mal so:

"Ich könnte das tun. Aber viel lieber würde ich das nicht tun."
Das hat noch Zeit. Erst mal hinkommen bevor ich schon wieder ans wegkommen denken muss. Während ich diesen Blogeintrag geschrieben hab, stand ich übrigens in regen Kontakt mit Bethany Hoskin, meinem  personal Travel Manager aus London. Über die Firma Flightcentre.co.uk hab ich den ganzen Spaß nämlich nun organisiert. Bin wirklich zufrieden mit denen. Die hat sich ziemlich viel Mühe gegeben und mir auch ein gutes Angebot rausgesucht. Mussten noch paar Sachen wegen Vorabbuchung klären und so. Muss sagen, so schnell hab ich noch niemand auf Mails reagieren sehen. Die macht sogar mir angst ;)

Die weite Welt ist damit wirklich ein ganz großes Stück näher gerückt. I like!

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